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Die Einteilung hilft schon in der Konzeptionsphase, um die benötigten Ressourcen und den Umfang besser abschätzen zu können.

14. August 2019

Welche Arten von Produkt Konfiguratoren gibt es?

Konfigurator ist nicht gleich Konfigurator. Bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass es mehrere Konfigurator-Typen gibt. Je nach Ziel und „Lösungsraum“ gibt es spezifische Merkmale, die definieren, wie die Schnittstelle zum Endbenutzer aussehen muss.

Von besonderem Interesse sind aufgrund der hohen Verbreitung webbasierte Produktkonfiguratoren. Sie kommen zum Einsatz, wenn Produkte von Kunden selbst gestaltet werden sollen und können je nach Komplexitätsgrad unterteilt werden in:

STO: Select-to-order

Der Kunde wählt alle eigenständigen Komponenten eines Produktes aus, wobei keine Komponenten in Abhängigkeit zueinander stehen und die Auswahl einer Komponente keinen Einfluss auf die Verfügbarkeit der anderen Komponenten hat.

Komplexität: Niedrig

PTO: Pick-to-order

Der User wählt alle Produktkomponenten aus, muss jedoch ohne die Hilfe des Konfigurators Abhängigkeiten der Komponenten berücksichtigen.

Komplexität: Niedrig

CTO: Configure-to-order

Der Konfigurator unterstützt den Kunden bei der Auswahl der aufeinander abgestimmten Komponenten nach einem Baukastensystem.

Komplexitätsgrad: Niedrig

ATO: Assemble-to-order

Der Konfigurator gleicht vorgefertigte Komponenten unter Berücksichtigung von Komponentenabhängigkeiten ab.

Komplexitätsgrad: Mittel

MTO: Make-to-order

Der Konfigurator ermöglicht es dem Kunden, spezifische Parameter basierend auf Produktregeln zu definieren. Die Fertigung erfolgt nach Bestellung. Konfiguratoren dieses Typs werden vor allem für Industrie 4.0 eingesetzt, ebenso wie für Anwendungsfälle mit voll- oder teilautomatisierter Herstellung.

Komplexität: Mittel bis Hoch

ETO Engineer-to-order

Sehr hohe Konfigurationsfreiheit. Möglicherweise sind neue Komponenten und neue Regeln erforderlich, um die Konfigurationsanforderungen des Kunden zu erfüllen.

Komplexität: Hoch

 

Select-to-order (STO) und Pick-to-order (PTO) für einfache Konfigurationen, Configure-to-order (CTO) und Assemble-to-order (ATO) – aktuell ein stark wachsendes Segment – und schließlich Make-to-order (MTO) und Engineer-to-order (ETO) für die Konfiguration von Produkten mit sehr hohem Komplexitätsgrad. ETO-Konfiguratoren werden auch als Innovationskonfiguratoren genutzt. Sie bestehen aus umfangreichen Lösungsräumen, unbegrenzten Trial-and-Error-Zyklen und einer hochkomplexen Modularität. Engineer-to-order Konfiguratoren erfordern eine sehr hohe Bereitschaft der Nutzer, sich mit dem Konfigurationsprozess auseinander zu setzen.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie im Kapitel „Core Capabilities of Sustainable Mass Customization“, das unser Mitgründer Paul Blazek gemeinsam mit dem Mass Customization Experten und führenden Akademiker Frank Piller verfasst hat. Das Kapitel ist im Buch “Knowledge-based Configuration” von Alexander Felfernig et al. veröffentlicht.

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