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2D vs. 3D Konfigurator: Welcher ist der Richtige für mich?

Autor: Matthias Baumgartner

Um diese Entscheidung zu treffen, braucht es klare Antworten auf diese häufig gestellte Frage. Neben dem Produkt selbst, spielen auch andere Faktoren eine wichtige Rolle bei dieser Grundsatzentscheidung. Wer sind die Anwender:innen? Welche Produktdaten sind vorhanden? Wie wichtig ist die Performanz/Geschwindigkeit? Wie hoch ist die Variantenvielfalt?
 

Warum die Wahl zwischen 2D und 3D Konfigurator wichtig ist

Die Wahl zwischen einem 2D und einem 3D Konfigurator ist von großer Bedeutung, weil es je nach Produkt und Zielgruppe unterschiedliche Vor- und Nachteile gibt. Unsere Erfahrung hat uns gelehrt, dass es nicht empfehlenswert ist, zunächst mit einem 2D Konfigurator zu beginnen und dann auf 3D zu wechseln. Es ist wichtig, hier keine Kompromisse einzugehen, da die Entscheidung zwischen 2D und 3D einen erheblichen Einfluss auf den Erfolg des Konfigurators haben kann.
 

Was ist ein 2D Konfigurator?

Ein 2D Konfigurator zeigt Ihnen ein Produkt in einer zweidimensionalen Ansicht. Für diese Ansicht können Fotos, Renderings, Zeichnungen, etc. verwendet werden. Bei der Konfiguration selbst (z.B. Änderung einer Farbe) werden je nach Auswahl die demensprechenden 2D Daten neu geladen und angezeigt.
 

Was ist ein 3D Konfigurator?

Ein 3D Konfigurator zeigt Ihnen ein Produkt in einer dreidimensionalen Ansicht. Ein 3D Konfigurator bietet somit eine räumliche Darstellung, bei der Benutzer:innen das Objekt aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten können. Dazu wird ein webbasiertes 3D Modell zur Darstellung verwendet, das dann mit verschiedenen Optionen und Merkmalen im Design, Funktion, Größe etc.. angepasst wird.
 

Unterschied 2D Konfigurator vs 3D Konfigurator

Benutzerfreundlichkeit

Unabhängig ob 2D oder 3D soll ein guter Konfigurator benutzerfreundlich sein. Die Darstellung selbst hat keinen Einfluss auf die Usability. Es muss jedoch beachtet werden, dass bei Produkten mit einer gewissen Komplexität die Benutzerfreundlichkeit bei einer 2D Darstellung schwer umsetzbar ist.

Visuelle Darstellung

Bei einer zweidimensionaler Ansicht im Konfigurator bleibt immer ein Bereich, den die Anwender:innen des Konfigurators nicht „sehen“. Das was gezeigt wird, kann dafür in Form eines Fotos sehr realistisch und detailgetreu dargestellt werden. Bei einer dreidimensionalen Ansicht, ist dank eines 3D Models eine unbegrenzte Ansicht des Produktes möglich. Das Produkt kann von allen Seiten betrachtet werden. Ein 3D Viewer kann dabei aber auch die Winkel der Ansicht begrenzen (es macht z.B. keinen Sinn ein Haus von unten zu betrachten). Zusätzlich können mit Kamera,- und Beleuchtungseinstellungen gute visuelle Effekte erzielt werden.

Funktionalität

Gerade bei Produkten in Modulbauweise stößt eine 2D Darstellung schnell an Ihre Grenzen. Möchte man interaktiv ein System im Konfigurator zusammenstellen (Beispiel Outdoorküche in U-Form) ist ein 3D-Konfigurator die erste Wahl.

2D vs. 3D Konfigurator: Welcher ist der Richtige für mich?
2D vs. 3D Konfigurator: Welcher ist der Richtige für mich?

Einkaufserlebnis & Kundeninteraktion

Bei Konsumgütern geht  der Trend eindeutig in Richtung der 3D Darstellung. Ein 3D Konfigurator steigert das Kundenerlebnis durch Interaktion mit dem Produkt und erhöht so die Abschlusswahrscheinlichkeit. 

Kosten

Die Kosten für die Entwicklung eines 2D Konfigurators sind in der Regel geringer als für einen 3D Konfigurator. Dies liegt daran, dass 2D Daten einfacher und schneller zu erstellen sind und weniger Ressourcen für die technische Umsetzung erfordern. Für die Erstellung eines 3D Konfigurators wird eine dementsprechende technische Infrastruktur, wie zum Beispiel die Combeenation Plattform benötigt. Zudem müssen für die Erstellung der 3D Modelle und Animationen erfahrene 3D Designer und Entwickler eingesetzt werden, was weitere Kosten verursacht. Allerdings kann ein 3D Konfigurator auch einen höheren Mehrwert für die Kund:innen bieten, indem er realistischere Darstellungen ermöglicht und eine bessere Vorstellungskraft fördert. Dies kann sich langfristig positiv auf die Kundenbindung und die Umsätze auswirken. Daher sollten die Kosten für einen 3D Konfigurator im Hinblick auf den erwarteten Mehrwert für das Unternehmen und die Kund:innen bewertet werden.

2D vs. 3D Konfigurator: Welcher ist der Richtige für mich?

Produktbeschaffenheit

Wie kann die Produktbeschaffenheit (Materialen, Oberflächen) den Anwender:innen vermittelt werden? Bei 2D ist dies sehr realistisch und einfach mit Hilfe von Fotos möglich. Die Kund:innen können genau erkennen wie ein Material oder Oberfläche aussieht. Bei 3D ist dies auch möglich, aber mit mehr Aufwand verbunden. Auch hier können realitätsgetreue 3D Modelle erstellt werden und sehr gute Ergebnisse erzielt werden.

Wettbewerbsvorteil

Eine 3D Darstellung Ihres Produkts ist heutzutage unverzichtbar, um sich (weiterhin) von Mitbewerbern abzuheben. Vor allem im Konsumgüter-Bereich und Einzelhandel fällt die Wahl immer auf eine 3D Darstellung.

Augmented Reality

Mit Hilfe eines 3D Modells lässt sich Augmented Reality einfach nutzen. Augmetned Reality ist nur bei 3D Konfiguratoren möglich.
 

Vorteile und Nachteile eines 2D Konfigurators

Vorteile:

  • einfache und rasche Umsetzung bei Produkten mit überschaubaren Varianten und/oder Farbvielfalt
  • oft sind 2D Daten bereits verfügbar und können rasch bereitgestellt werden
  • fotorealistische Darstellung
  • keine 3D Kenntnisse erforderlich


Nachteile:

  • keine bzw. wenig Interaktionsmöglichkeiten
  • bei Kombinationsmöglichkeiten von mehreren Bauteilen sind viele einzelne 2D Daten notwendig
  • bei komplexen Produkten stößt man an die Grenzen der Darstellung, um das Produkt für die Kund:innen greifbar zu machen.
  • bei bestimmten Produktbereichen (Systemmöbel, Auto, Regalen, Leuchten,…) ist eine 2D Darstellung nicht mehr zeitgemäß bzw. wettbewerbsfähig


Vorteile und Nachteile eines 3D Konfigurators

Vorteile:

  • bei Produkten mit komplexen Möglichkeiten und vielen Oberflächenvarianten ist der 3D Konfigurator die flexibelste Lösung
  • Personalisierung (Auswahl und Anzeige einer Wunschfarbe) einfach möglich
  • einfache Pflege bei Erweiterungen von Farben und Oberflächen
  • Interaktionsmöglichkeiten 
  • Animationsmöglichkeiten
  • Augmented Reality
  • erhöht die Verweildauer
  • schafft Vertrauen

Nachteile:

  • oft ist eine Dienstleistung zur Erstellung eines 3D-Modells notwendig
  • bei komplexen, detailreichen Produkten ist eine bestimmte Ladezeit der Daten zu berücksichtigen


Best Practice Beispiele

Erfolgreicher 2D Konfigurator für die Automatisierung

Bei diesem Beispiel konnte der Kunde selbst 2D Renderings erstellen. Hier wurde zusätzlich eine Interaktion aus den 2D Daten zu den Schubladen (Auswahl und Darstellung der benötigten Größen) sowie bei der Türe (offen/geschlossen) umgesetzt. Bei diesem Industrieprodukt steht die Auflistung und Auswahl der technischen Spezifikation und Optionen im Vordergrund.

Zur Case Study "Konfigurator für Automatisierungslösung"
 

Erfolgreicher 3D Konfigurator – Laufräder für MTB oder Rennrad

Die Herausforderung besteht darin, dass der Satz von Laufrädern aus einer Vielzahl von Naben und Felgen zusammengesetzt werden kann. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, jede einzelne Speiche individuell in einer bestimmten Farbe zu gestalten. Wenn man für jede mögliche Kombination zweidimensionale Daten erstellen würde, wäre dies sowohl sehr zeitaufwendig als auch nicht wirtschaftlich.

Zur Case Study "Laufrad Konfigurator"

 

Fazit: 2D Konfigurator oder 3D Konfigurator?

Es ist von entscheidender Bedeutung, bereits zu Beginn eine gründliche Analyse der Anforderungen und Ziele des Konfigurators durchzuführen. Dabei sollte man stets die Zielgruppe im Blick haben und sich fragen, wer den Konfigurator nutzen wird und welchen Mehrwert dieser für die Anwender:innen bietet. Es ist wichtig zu verstehen, welche Gründe dazu führen, den Konfigurator überhaupt nutzen zu wollen.

Erst auf dieser Grundlage kann eine umfassende Bewertung der Vor- und Nachteile von 2D- und 3D-Technologien erfolgen, um eine fundierte Entscheidung für die Umsetzung eines erfolgreichen Konfigurators zu treffen.